Worum geht's hier?
Jawohl, schon wieder eine neue Homepage von irgend so 'nem Bastler, der
seine Modellbahnsteuerung selbst bauen will. Nicht schon wieder...
Nach etlichen Fehlversuchen, Sackgassen, Nervenzusammenbrüchen,
Teilerfolgen,
Katastrophen, Redesigns,
pyrotechnischen Zwischenfällen,
professioneller Hilfe von anderen Spezialisten und viel zu viel Kaffee bin
ich inzwischen aber doch zu einem Stand gekommen, den man auch mal anderen
zeigen kann.
Dies ist mein erster Versuch in HTML/CSS, also bitte nicht ganz so
kritisch bewerten. Schließlich bin ich Hardwareentwickler und kein
Webdesigner.
Wozu das Ganze?
Im Lauf der Zeit hat sich bei mir eine umfangreiche Sammlung von
Modellbahnen angesammelt, insbesondere Fahrzeuge für das
"Wechselstrom"-Dreileitersystem.
Mit dem Bau einige Modellbahnanlagen wurde eher halbherzig angefangen,
sie kamen aber nie über das Stadium einer einfachen 'Platte' oder eines Rahmens mit Fahrtrassen und
Schienen mit angedeuteter Landschaft hinaus. Gesteuert wurde alles über
eine Zentrale (6021 oder Mobile), ohne Belegtmelder, Signale,
Isolierstellen oder ähnliches. Beim letzten Umzug wanderte dann alles erst
mal in Umzugskartons und wurde eingelagert. Inzwischen bin ich in Rente
und habe einen großen freien Kellerraum...
Ich hatte immer vor, meine Anlage voll digital zu steuern.
Ich wollte mich aber nicht vom Angebot der Marktführer abhängig machen, insbesondere
erscheinen mir deren Preise als überzogen. Und wer schon mal ein älteres
Weichenstellpult (6040 Serie) geöffnet hat, weiß, was da für eine
Steinzeittechnik drin verbaut war. Das war schon grenzwertig als es 'neu'
war. Und schon nach wenigen Jahren ist das alles 'alte' Technik, die nicht
mehr gefertigt ist, wir haben da jetzt was ganz tolles Neues.... mal
sehen, wie lange. Das 6040 hatte ich mal in ebay für schlappe 100€
gesehen, inzwischen ist es aber auf Ramschstatus für wenige € angekommen.
Und
Inzwischen ist die Vielfalt an 'Central Stations',
Rückmeldesystemen, Protokollen, Übergangsadaptern, Spezialbussen,
Fluxkompensatoren u.a. derart unüberschaubar, daß zumindest ich mich darin
nicht mehr zurechtfinde. Und auf irgendwelche Exoten werde ich mich sicher
nie wieder einlassen.
Nachdem ich im Web die Arbeiten von Rainer Müller und später Stefan
Krauß & Team gefunden hatte, die die Motorola- und mfx/M4-Protokolle
dokumentiert haben, plante ich ein eigenes Modellbahnsteuerungssystem, und
zwar als Komplettlösung mit zentraler Steuerung, PC-Bediensoftware,
Bussystem, Booster, Decodern aller Art wie Weichen/Magnet, Weichen/Servo,
Lampen, Lichtsignalen, Belegtmeldern, Drehscheibensteuerung etc pp. Ausser
den in Loks verbauten Decodern sollten keine Fertigprodukte zugekauft
werden. Schliesslich will ich ja vielleicht auch noch in 10 Jahren mal was
erweitern, ergänzen oder reparieren können.
Und wieso stell ich das alles ins Netz?
Vor 30 oder auch noch 20 Jahren hätte ich vielleicht versucht, das zu
vermarkten, wenn ich damals schon die heutigen Fertigungsmöglichkeiten und
SW-Tools gehabt hätte. Heute ist das kaum noch zu machen, schon gar nicht
als Einzelkämpfer. Die juristischen Hürden heute sind der blanke Irrsinn.
Ich bräuchte Steuerspezialisten, Rechtsanwälte wegen Haftungsfragen,
Patentanwälte gegen Patenttrolle, EMC-Bescheinigungen (Störabstrahlung!)
für jedes einzelne Board, Bescheinigungen für Entsorgungsfragen,
RoHS-Protokolle (Blei etc), Firmengründung / Gewerbeschein o.ä., einen
rechtssicheren Webauftritt, etc pp.
Das trau ich mir heute nicht mehr zu. Ein Herzinfarkt reicht mir. Zum Glück bin ich inzwischen
Rentner und nicht mehr drauf angewiesen. Ist jetzt nur noch Hobby. Wäre
aber schade, wenn das alles irgendwann mal auf meiner Festplatte
vermodert. Vielleicht kann da jemand was mit anfangen und zumindest
Details bei eigenen Entwicklungen nutzen .